Photovoltaik: der Eigenverbrauch macht die Rendite
Eine Kilowattstunde vom eigenen Dach ersetzt eine, die Sie sonst für rund 35 Cent kaufen würden. Eingespeist bringt dieselbe Kilowattstunde nur einen Bruchteil davon. Deshalb entscheidet nicht die Anlagengröße über die Wirtschaftlichkeit, sondern der Anteil, den Sie selbst verbrauchen.
Eine 8-kWp-Anlage auf einem Süddach erzeugt in Deutschland rund 8.000 kWh im Jahr. Bei 30 % Eigenverbrauch sind das 2.400 kWh, die Sie nicht kaufen — rund 840 € im Jahr.
Was das Dach hergibt
Für ein Kilowatt Peak brauchen Sie rund sechs Quadratmeter Dachfläche. Ein Ost-West-Dach ist übrigens nicht der Nachteil, für den es lange galt: Es liefert weniger Spitzenleistung am Mittag, dafür morgens und abends — also genau dann, wenn im Haushalt tatsächlich Strom verbraucht wird.
| Ausrichtung | Faktor | 8 kWp erzeugen |
|---|---|---|
| Süd | 100 % | 8.000 kWh |
| Südwest / Südost | 95 % | 7.600 kWh |
| West / Ost | 85 % | 6.800 kWh |
| Nord | 60 % | 4.800 kWh |
Eine Beispielrechnung
| Position | Betrag |
|---|---|
| Investition | 12.000 € |
| Erzeugung im Jahr | 8.000 kWh |
| davon selbst verbraucht | 2.400 kWh |
| Ersparnis Strombezug (0,35 €) | 840 € |
| Einspeisung 5.600 kWh (ca. 0,08 €) | 448 € |
| Ertrag im Jahr | 1.288 € |
| Amortisation | ca. 9 Jahre |
Vor Wartung und Versicherung, die zusammen etwa 100 bis 200 € im Jahr kosten. Die Einspeisevergütung hängt vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme ab und ist dann zwanzig Jahre lang fest.
Der Speicher: rechnen Sie ihn getrennt
Ein Batteriespeicher hebt den Eigenverbrauch typischerweise von 30 auf 60 bis 70 %. Bei der Beispielanlage wären das rund 2.800 kWh zusätzlich, also etwa 980 € Ersparnis im Jahr statt 448 € Einspeisevergütung — ein Vorteil von gut 530 €.
Ein Speicher mit 8 kWh kostet 6.000 bis 9.000 €. Bei 530 € Vorteil im Jahr ergibt das eine Amortisation von elf bis siebzehn Jahren, bei einer erwarteten Lebensdauer in ähnlicher Größenordnung. Das ist kein klares Nein, aber auch kein Selbstläufer.
Interessanter wird die Rechnung, wenn ohnehin ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe dazukommt — dann steigt der Eigenverbrauch auch ohne Speicher.
Steuerlich ist es einfacher geworden
- Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern sind seit 2023 von der Einkommensteuer befreit. Keine Gewinnermittlung, keine Anlage EÜR.
- Auf die Anschaffung fällt seit 2023 keine Umsatzsteuer an (Nullsteuersatz), sofern die Anlage auf oder an einem Wohngebäude installiert wird.
- Damit erübrigt sich für die meisten privaten Anlagen auch die frühere Frage nach der Kleinunternehmerregelung.
- Anmeldung im Marktstammdatenregister ist trotzdem Pflicht, ebenso beim Netzbetreiber.
Vor der Unterschrift
Holen Sie drei Angebote ein und vergleichen Sie den Preis je Kilowatt Peak, nicht die Gesamtsumme. Zwischen 1.200 € und 2.000 € je kWp ist alles anzutreffen, ohne dass die Qualität entsprechend variiert.
Prüfen Sie außerdem, ob die Statik geklärt ist, wer den Netzanschluss übernimmt, welche Garantie auf Modulen und Wechselrichter liegt (Module 25 Jahre Leistungsgarantie sind Standard, Wechselrichter oft nur 10) und ob die Anlage in Ihre Wohngebäudeversicherung aufgenommen wird.
Wie sich die Stromrechnung ohne Anlage entwickelt, zeigt der Stromkosten-Rechner.