PayPal Gebühren 2026: Alle Sätze im Überblick
Wer über PayPal Geld empfängt, zahlt die Gebühr — nicht, wer sendet. Für Verkäufer in Deutschland sind das bei einer Zahlung aus dem Inland oder dem EWR 2,49 % des Betrags plus 0,35 € Festgebühr. Kommt der Käufer aus dem Ausland, kommt ein prozentualer Aufschlag hinzu. Der Rechner oben nimmt genau diese Sätze und rechnet in beide Richtungen: vom Kaufpreis zum Auszahlungsbetrag und vom gewünschten Auszahlungsbetrag zurück zu dem Preis, den Sie aufrufen müssen.
Gebührentabelle für Verkäufer
| Herkunft des Käufers | Prozentsatz | Festgebühr | Gebühr bei 100 € |
|---|---|---|---|
| Deutschland und EWR | 2,49 % | 0,35 € | 2,84 € |
| Vereinigtes Königreich | 2,49 % + 1,29 % = 3,78 % | 0,35 € | 4,13 € |
| USA oder Kanada | 2,49 % + 1,99 % = 4,48 % | 0,35 € | 4,83 € |
| Übrige Länder | 2,49 % + 2,99 % = 5,48 % | 0,35 € | 5,83 € |
| Freunde & Familie im Inland | 0 % | 0,00 € | 0,00 € |
Stand der Sätze: 2026, Standardpreise für Empfänger in Deutschland. Maßgeblich ist immer die aktuelle Gebührenübersicht von PayPal. Wenn Sie Sonderkonditionen oder das Micropayment-Modell vereinbart haben, gelten die Konditionen aus Ihrem eigenen Konto.
Warum kleine Beträge prozentual so teuer sind
Die 0,35 € fallen unabhängig von der Höhe an. Bei 10 € sind das allein 3,5 %, bei 1.000 € nur noch 0,035 %. Deshalb steigt die effektive Gebühr, je kleiner die Zahlung ausfällt:
| Kaufpreis | PayPal-Gebühr | Sie erhalten | Effektiv |
|---|---|---|---|
| 10,00 € | 0,60 € | 9,40 € | 5,99 % |
| 25,00 € | 0,97 € | 24,03 € | 3,89 % |
| 50,00 € | 1,60 € | 48,40 € | 3,19 % |
| 100,00 € | 2,84 € | 97,16 € | 2,84 % |
| 250,00 € | 6,58 € | 243,42 € | 2,63 % |
| 1.000,00 € | 25,25 € | 974,75 € | 2,53 % |
Die Formel — und ihre Umkehrung
Vom Kaufpreis zur Gebühr ist es eine Zeile:
Gebühr = Kaufpreis × 0,0249 + 0,35
Die häufigere Frage ist aber die umgekehrte: Welchen Preis muss ich aufrufen, damit am Ende genau 100 € bei mir ankommen? Dafür reicht es nicht, 2,84 € draufzuschlagen — auf den höheren Preis fällt ja wieder Gebühr an. Richtig ist:
Kaufpreis = (Zielbetrag + 0,35) ÷ (1 − 0,0249)
Für 100 € Auszahlung sind das 102,91 €. Die Gebühr darauf beträgt 2,91 €, und es bleiben exakt 100,00 € übrig. Im Rechner oben stellen Sie dafür die Rechnungsgrundlage auf Zielbetrag.
Freunde & Familie: wann es wirklich 0 € kostet
Gebührenfrei ist eine Zahlung an Freunde und Familie nur, wenn sie innerhalb Deutschlands läuft und aus PayPal-Guthaben oder vom Bankkonto finanziert wird. Bezahlt der Absender mit Kreditkarte, berechnet PayPal ihm eine Gebühr; geht das Geld ins Ausland, ebenfalls.
Wichtig für Verkäufer: Bei „Freunde & Familie“ greift der PayPal-Käuferschutz nicht. Wer diese Option für einen echten Verkauf nutzt, spart 2,84 € pro 100 € — und verstößt gegen die Nutzungsbedingungen. PayPal kann das Konto dafür einschränken. Die Ersparnis lohnt dieses Risiko in aller Regel nicht.
Vier Wege, die Gebühr ehrlich zu senken
- Kleinbeträge bündeln. Zehn Zahlungen à 10 € kosten zusammen 5,99 €, eine einzelne Zahlung über 100 € kostet 2,84 €. Das ist der größte Hebel überhaupt — es sind die 0,35 €, die weh tun, nicht die 2,49 %.
- In Euro abrechnen lassen. Fremdwährungen kosten zusätzlich einen Aufschlag auf den Wechselkurs. Wer international verkauft, fährt günstiger, wenn der Preis in Euro ausgezeichnet ist.
- Das Micropayment-Modell prüfen. Wer viele sehr kleine Beträge empfängt (E-Books, Downloads, Trinkgelder), kann bei PayPal ein Modell mit niedrigerer Festgebühr und höherem Prozentsatz beantragen. Ab welchem Betrag sich das dreht, hängt von den Konditionen ab, die PayPal Ihnen anbietet.
- Die Gebühr einpreisen statt aufschlagen. Eine offen ausgewiesene „PayPal-Gebühr“ als eigener Posten ist gegenüber Verbrauchern nicht zulässig. Rechnen Sie sie stattdessen in den Preis ein — mit der Zielbetrag-Formel oben.
Was der Rechner nicht abbildet
- Individuell vereinbarte Händlerkonditionen und Mengenrabatte
- Den Umrechnungsaufschlag bei Zahlungen in fremder Währung
- Gebühren für Rückbuchungen und Käuferschutzfälle
- Zusatzprodukte wie Ratenzahlung oder Lastschrift im PayPal-Checkout
Für alles, was über den Standardfall hinausgeht, ist die Gebührenseite in Ihrem eigenen PayPal-Konto die verbindliche Quelle — dort stehen die Konditionen, die für Sie gelten.
PayPal im Vergleich zu anderen Zahlungswegen
PayPal ist selten die günstigste Option, aber fast immer die, der Käufer am ehesten vertrauen. Wie sich die Gebühr zu anderen Wegen verhält, rechnen Sie hier nach:
- Stripe Gebührenrechner — meist etwas günstiger, dafür ohne die Reichweite von PayPal
- eBay Gebührenrechner — Verkaufsprovision zusätzlich zur Zahlungsabwicklung
- Amazon Verkäufergebühren — Kategorieprovision plus FBA-Kosten
- Kreditkarten-Rechner — Disagio und Auslandseinsatzentgelt
- Mehrwertsteuer-Rechner — brutto und netto sauber auseinanderhalten
Gebühren richtig verbuchen
Die PayPal-Gebühr ist für Unternehmen eine Betriebsausgabe, kein Abzug vom Erlös. Umsatzsteuerlich bleibt der volle Kaufpreis Ihr Umsatz: Bei 100 € Verkauf führen Sie die Umsatzsteuer auf 100 € ab, auch wenn nur 97,16 € auf dem Konto ankommen. Die Gebühr selbst ist als Finanzdienstleistung umsatzsteuerfrei, es gibt darauf also keine Vorsteuer zu ziehen. Kleinunternehmer nach § 19 UStG weisen ohnehin keine Umsatzsteuer aus; ob Sie noch unter der Grenze liegen, klärt der Kleinunternehmer-Rechner.
Fazit
Für den Normalfall — Käufer in Deutschland, Zahlung in Euro — sind es 2,49 % plus 0,35 €, und von 100 € bleiben 97,16 € übrig. Interessant wird es an den Rändern: bei sehr kleinen Beträgen, bei Käufern außerhalb des EWR und immer dann, wenn ein bestimmter Betrag ankommen soll. Genau dafür ist der Rechner oben gedacht.