eBay-Gebühren: privat null, gewerblich zweimal
Verkaufen Sie privat und innerhalb Deutschlands, kostet eBay Sie nichts. Keine Angebotsgebühr, keine Provision. Bis 320 Angebote im Monat; erst danach werden 50 Cent je weiterem Angebot fällig.
Gewerblich sieht die Rechnung anders aus. Da zahlen Sie zweimal: einen festen Betrag pro verkauftem Artikel und dazu eine Provision, die von der Kategorie abhängt und zwischen 5 und 15 Prozent schwankt.
Der feste Teil
Er hängt nur am Verkaufspreis, nicht an der Kategorie: 0,35 € bis zehn Euro Verkaufspreis, 0,45 € darüber. Klingt nach wenig, ist es bei einem 6-Euro-Artikel aber nicht.
Und der prozentuale
Zwischen der Technik-Zeile und der Bücher-Zeile liegen vier Euro auf denselben 50 € Umsatz. Bei mehrdeutigen Artikeln — ein Retro-Spielemodul, ein Fachbuch mit CD — lohnt der Blick, wohin er wirklich gehört.
| Kategorie | Provision | Gebühren gesamt | Sie erhalten |
|---|---|---|---|
| Auto & Motorrad | 5 % | 2,95 € | 47,05 € |
| Technik / Elektronik | 7 % | 3,95 € | 46,05 € |
| Standardkategorien | 11 % | 5,95 € | 44,05 € |
| Mode | 12 % | 6,45 € | 43,55 € |
| Musik, Games, Baby, Tierbedarf | 12 % | 6,45 € | 43,55 € |
| Bücher, Filme & Musik | 15 % | 7,95 € | 42,05 € |
eBay staffelt zusätzlich nach Betragsgrenzen und danach, ob ein Shop-Abo besteht. Der Rechner zeigt die Sätze ohne Abo.
Die Frage, die richtig teuer werden kann
Privat oder gewerblich entscheidet nicht das Häkchen im eBay-Profil, sondern wie Sie tatsächlich verkaufen. Wer regelmäßig Ware einkauft, um sie weiterzuverkaufen, ist gewerblich. Auch bei kleinem Umsatz, auch nebenbei, auch wenn das Profil etwas anderes behauptet.
Der Anreiz ist offensichtlich: Als Privatverkäufer sparen Sie die kompletten Gebühren. Der Preis dafür ist ein Abmahnrisiko wegen fehlendem Impressum und fehlender Widerrufsbelehrung, und eine Abmahnung kostet ein Vielfaches dessen, was ein Jahr Provision gekostet hätte. Dazu kommt: Seit dem Plattformen-Steuertransparenzgesetz meldet eBay Verkäufer ab 30 Verkäufen oder 2.000 € Umsatz im Jahr ohnehin ans Bundeszentralamt für Steuern.
Ob Sie umsatzsteuerlich noch unter die Kleinunternehmerregelung fallen, klärt der Kleinunternehmer-Rechner.
Versandkosten sind kein Schlupfloch
Ein alter Trick: Artikel für 1 €, Versand für 49 €. Funktioniert nicht. eBay berechnet die Provision bei gewerblichen Verkäufern auf den Gesamtbetrag inklusive Versand. Ein aufgeblähter Versandanteil senkt die Gebühr nicht, er ärgert nur die Käufer und drückt Ihre Bewertung.
Wo tatsächlich Geld liegt
- Nicht künstlich splitten. Zwei Angebote à 25 € kosten zwei Angebotsgebühren, eines über 50 € nur eine.
- Ab etwa 50 Artikeln im Monat das Shop-Abo durchrechnen. Die gesparte Provision übersteigt die Monatsgebühr oft deutlich.
- Zusatzoptionen weglassen. Fettschrift und Galerie-Plus kosten je Angebot und bringen selten das, was sie kosten.
- Nicht abgeschlossene Verkäufe melden. Zahlt ein Käufer nicht und Sie schließen den Fall über eBay ab, bekommen Sie die Gebühren gutgeschrieben. Wer den Fall einfach liegen lässt, zahlt sie.