Was Stripe wirklich kostet
1,5 Prozent plus 25 Cent. Das ist der Satz, mit dem alle rechnen, und für die Kundin mit der normalen Sparkassen-Karte stimmt er auch. Von 100 € bleiben 98,25 €.
Nur zahlt eben nicht jeder mit dieser Karte. Kommt die Bestellung von einer Firmenkarte, sind es 2,8 Prozent. Aus London 2,5. Aus den USA 3,15. Wer seine Marge auf 1,5 Prozent gebaut hat und dann eine Abrechnung mit lauter Geschäftskunden bekommt, wundert sich zu Recht.
Vier Sätze, nicht einer
Zwischen der ersten und der letzten Zeile liegt fast das Doppelte. In welche Kategorie eine Zahlung gefallen ist, steht im Stripe-Dashboard bei der jeweiligen Transaktion — nicht in der Monatssumme, weshalb es die meisten nie nachsehen.
| Karte des Kunden | Gebühr | Bei 100 € | Sie erhalten |
|---|---|---|---|
| EWR-Standardkarte (Privatkunde) | 1,5 % + 0,25 € | 1,75 € | 98,25 € |
| EWR-Premium- oder Firmenkarte | 2,8 % + 0,25 € | 3,05 € | 96,95 € |
| Karte aus dem Vereinigten Königreich | 2,5 % + 0,25 € | 2,75 € | 97,25 € |
| Karte außerhalb EWR und UK | 3,15 % + 0,25 € | 3,40 € | 96,60 € |
Standardpreise, Stand 2026. Verhandelte Konditionen und Zusatzprodukte wie Billing oder Radar sind hier nicht drin.
Warum der 10-Euro-Verkauf 4 Prozent kostet
An den 25 Cent. Die fallen an, ob die Zahlung 8 € oder 800 € groß ist, und bei kleinen Beträgen macht das den Löwenanteil aus.
| Betrag | Gebühr | Sie erhalten | Effektiv |
|---|---|---|---|
| 10,00 € | 0,40 € | 9,60 € | 4,00 % |
| 25,00 € | 0,63 € | 24,37 € | 2,50 % |
| 50,00 € | 1,00 € | 49,00 € | 2,00 % |
| 100,00 € | 1,75 € | 98,25 € | 1,75 % |
| 500,00 € | 7,75 € | 492,25 € | 1,55 % |
| 1.000,00 € | 15,25 € | 984,75 € | 1,53 % |
Zahlen für die EWR-Standardkarte. Wer viele Kleinstbeträge abrechnet, sollte über Bündelung nachdenken, bevor er über den Prozentsatz nachdenkt.
Stripe oder PayPal — die Rechnung geht nicht auf, wie man denkt
Auf dem Papier ist Stripe klar günstiger. 1,75 € statt 2,84 € bei 100 €, 7,75 € statt 12,80 € bei 500 €. Auf tausend Bestellungen à 100 € macht das gut tausend Euro im Jahr.
Trotzdem schaffen die wenigsten Shops PayPal ab. Ein spürbarer Teil der deutschen Käufer sucht den Button und bricht ab, wenn er fehlt; ein einziger verlorener Warenkorb frisst die Ersparnis von zwanzig Bestellungen. Die meisten bieten deshalb beides an und verbuchen die Differenz als Preis für Reichweite.
| Zahlung | Stripe (EWR) | PayPal | Differenz |
|---|---|---|---|
| 20 € | 0,55 € | 0,85 € | 0,30 € |
| 100 € | 1,75 € | 2,84 € | 1,09 € |
| 500 € | 7,75 € | 12,80 € | 5,05 € |
Rückwärts rechnen
Sie wollen, dass am Ende glatt 100 € ankommen. Die 1,75 € draufschlagen reicht nicht, denn auf die 101,75 € fällt wieder Gebühr an. Richtig ist:
Preis = (Zielbetrag + 0,25) ÷ 0,985
Macht 101,78 €. Der Rechner oben hat dafür eine eigene Betriebsart, damit man das nicht im Kopf machen muss.
Drei Posten, die in keiner Preisliste weh tun und in der Abrechnung schon
Buchhalterisch ist die Gebühr eine Betriebsausgabe. Ihr Umsatz bleibt der volle Kaufpreis: Bei 100 € führen Sie Umsatzsteuer auf 100 € ab, auch wenn nur 98,25 € auf dem Konto liegen. Für die Brutto-Netto-Umrechnung ist der Mehrwertsteuer-Rechner da.
- Rückbuchungen. Eine Chargeback-Gebühr fällt an, egal wie der Fall ausgeht. Gewinnen bringt Ihnen das Geld zurück, die Gebühr nicht.
- Fremdwährung. Rechnen Sie nicht in Euro ab, kommt ein Aufschlag auf den Umrechnungskurs dazu.
- Auszahlungen auf ein Konto außerhalb des Euroraums kosten extra, und zwar je Auszahlung.