Leasing: der Faktor sagt mehr als die Rate
Zwei Angebote nebeneinander zu legen ist schwierig, solange Anzahlung, Laufzeit und Fahrleistung unterschiedlich sind. Der Leasingfaktor macht sie vergleichbar: Monatsrate geteilt durch Bruttolistenpreis, mal 100.
Ein Faktor unter 0,5 gilt als sehr gutes Angebot, bis 0,7 als solide, über 1,0 als teuer. Wichtig: Anzahlung und Überführung gehören in die Rechnung hinein, sonst sieht jedes Angebot mit hoher Anzahlung künstlich gut aus.
So rechnen Sie den Faktor
Faktor = (Monatsrate + Anzahlung ÷ Laufzeit) ÷ Bruttolistenpreis × 100
Beispiel: 35.000 € Listenpreis, 3.000 € Anzahlung, 36 Monate, 299 € im Monat. Rechnerische Rate: 299 + 83 = 382 €. Faktor: 382 ÷ 35.000 × 100 = 1,09. Kein gutes Angebot, obwohl die 299 € im Prospekt gut aussehen.
| Faktor | Einordnung |
|---|---|
| unter 0,5 | sehr gut |
| 0,5 – 0,7 | gut |
| 0,7 – 1,0 | durchschnittlich |
| über 1,0 | teuer |
Was das Angebot wirklich kostet
| Posten | Gesamt |
|---|---|
| Anzahlung | 3.000 € |
| 36 Raten à 299 € | 10.764 € |
| Überführung und Zulassung | 1.200 € |
| Summe über drei Jahre | 14.964 € |
| je Monat effektiv | 416 € |
Die Rückgabe ist die eigentliche Prüfung
Beim Kilometerleasing zahlen Sie Mehrkilometer nach, meist 5 bis 15 Cent je Kilometer. Minderkilometer werden nur teilweise oder gar nicht erstattet — was bedeutet, dass zu hoch angesetzte Kilometer nichts kosten und zu niedrig angesetzte teuer werden. Setzen Sie im Zweifel eher großzügig an.
Teurer wird es bei den Schäden. Normale Gebrauchsspuren müssen Sie nicht bezahlen, alles darüber schon, und die Grenze zieht ein Gutachter im Auftrag des Leasinggebers. Steinschlag in der Frontscheibe, Kratzer an der Felge, ein Riss im Sitzbezug: solche Posten summieren sich schnell auf vierstellige Beträge.
Lassen Sie kleinere Schäden vor der Rückgabe selbst beheben. Eine Smart-Repair-Reparatur kostet einen Bruchteil dessen, was der Leasinggeber ansetzt.
Restwertleasing meiden
Beim Restwertleasing tragen Sie das Risiko, dass der Wagen am Ende weniger wert ist als vereinbart. Liegt der tatsächliche Marktwert darunter, zahlen Sie die Differenz — und der vereinbarte Restwert ist bei solchen Angeboten oft bewusst hoch angesetzt, damit die Rate niedrig wirkt.
Kilometerleasing verlagert dieses Risiko auf den Leasinggeber. Für Privatkunden ist es fast immer die richtige Wahl.
Leasing, Finanzierung oder Barkauf
- Für Gewerbetreibende ist Leasing steuerlich attraktiv: Die Raten sind sofort Betriebsausgabe, während ein gekauftes Auto über sechs Jahre abgeschrieben wird.
- Für Privatleute ist Leasing selten die günstigste Variante. Sie zahlen den Wertverlust plus Zinsen plus Marge und besitzen am Ende nichts.
- Wer alle drei Jahre ein neues Auto will, fährt mit Leasing dennoch bequemer und kalkulierbarer.
- Wer ein Auto acht Jahre fahren will, kauft. Der Vergleich steht im Autokosten-Rechner.