Ein Auto kostet mehr, als an der Tankstelle steht
Die meisten rechnen Sprit und vielleicht Versicherung. Der größte Posten steht aber nirgends auf einer Rechnung: der Wertverlust. Ein Neuwagen für 25.000 € verliert im ersten Jahr rund ein Viertel seines Werts — 6.250 €, ohne dass man einen Meter fährt.
Über fünf Jahre und 15.000 km jährlich landen Sie bei einem Mittelklassewagen realistisch zwischen 400 und 550 € im Monat. Der Sprit macht davon weniger als ein Drittel aus.
Alle Posten, einmal aufgeschrieben
| Posten | Im Jahr | Im Monat |
|---|---|---|
| Wertverlust | 2.190 € | 183 € |
| Kraftstoff (7 l/100 km à 1,75 €) | 1.838 € | 153 € |
| Versicherung (Haftpflicht + Teilkasko) | 600 € | 50 € |
| Kfz-Steuer | 110 € | 9 € |
| Wartung, Inspektion, Verschleiß | 700 € | 58 € |
| Reifen | 250 € | 21 € |
| Summe | 5.688 € | 474 € |
Ohne Stellplatz, Parkgebühren und Finanzierungszinsen. Wer den Wagen finanziert, rechnet die Zinsen dazu.
Der Wertverlust folgt einer Kurve, keiner Geraden
Grob: rund 25 % im ersten Jahr, danach etwa 5 % des Restwerts pro Jahr. Nach drei Jahren steht ein Wagen bei rund der Hälfte, nach fünf bei etwa 40 % des Neupreises.
Daraus folgt der praktisch wichtigste Rat zum Autokauf: Ein Jahreswagen oder ein Dreijähriger hat den teuersten Teil der Kurve bereits hinter sich. Wer ein drei Jahre altes Auto kauft und fünf Jahre fährt, zahlt pro Jahr deutlich weniger Wertverlust als jemand, der neu kauft und nach drei Jahren wechselt.
Genauer rechnet das der Restwert-Rechner.
Wo Sie tatsächlich sparen können
- Bei der Versicherung. Der Wechsel bis zum 30. November kostet nichts und bringt regelmäßig dreistellige Beträge. Werkstattbindung senkt den Beitrag noch einmal spürbar.
- Beim Kraftstoff. Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Tag der Woche liegen leicht 10 Cent je Liter, abends ist es fast immer billiger als morgens.
- Bei der Werkstatt. Freie Werkstätten liegen bei Wartungsarbeiten häufig 30 bis 40 % unter der Vertragswerkstatt. Die Herstellergarantie bleibt erhalten, solange nach Herstellervorgaben gearbeitet wird.
- Beim Fahrzeug selbst. 500 cm³ weniger Hubraum und 20 g/km weniger CO₂ machen bei der Kfz-Steuer und beim Verbrauch über fünf Jahre einen vierstelligen Unterschied.
Wann sich das Auto nicht mehr lohnt
Unter etwa 8.000 km im Jahr wird die Rechnung ungemütlich. Fixkosten wie Wertverlust, Versicherung und Steuer laufen unabhängig von der Fahrleistung; bei 5.000 km kostet der Kilometer schnell mehr als ein Euro.
Zum Vergleich: Carsharing liegt je nach Anbieter zwischen 0,30 € und 0,50 € pro Kilometer plus Zeittarif, Mietwagen am Wochenende bei 40 bis 70 € am Tag. Wer selten fährt, kommt damit günstiger — vorausgesetzt, es gibt ein Angebot vor der Tür.