Der Kurs, den Sie sehen, ist nicht der Kurs, den Sie bekommen
In jeder Suchmaschine steht der Interbankenkurs — der Kurs, zu dem Banken untereinander handeln. Als Privatkunde bekommen Sie ihn nie. Was Sie bekommen, ist dieser Kurs plus einen Aufschlag, und der ist die eigentliche Gebühr.
Bei der Wechselstube am Flughafen liegt er bei 5 bis 10 %, bei der Hausbank bei 2 bis 4 %, bei modernen Anbietern bei unter einem Prozent. Bei 2.000 € Urlaubsgeld sind das 20 € oder 200 €.
Was der Umtausch kostet
| Weg | Aufschlag | Kosten |
|---|---|---|
| Wechselstube am Flughafen | 5 – 10 % | 100 – 200 € |
| Wechselstube in der Stadt | 3 – 6 % | 60 – 120 € |
| Hausbank | 2 – 4 % | 40 – 80 € |
| Kreditkarte im Ausland | 1,5 – 2 % | 30 – 40 € |
| Spezialanbieter / Neobank | 0,3 – 1 % | 6 – 20 € |
Zusätzlich verlangen manche Anbieter eine feste Gebühr je Transaktion, die bei kleinen Beträgen stärker ins Gewicht fällt als der Aufschlag.
Die teuerste Frage im Urlaub
„Möchten Sie in Euro abrechnen?“ Das Terminal fragt freundlich und meint es nicht so. Bei dieser Dynamic Currency Conversion legt der Terminalbetreiber den Kurs fest, und der ist regelmäßig 3 bis 6 % schlechter als der Ihrer Kartengesellschaft.
Antwort: immer die Landeswährung. Das gilt am Kartenterminal genauso wie am Geldautomaten, wo dieselbe Frage in etwas anderer Verpackung gestellt wird. Was die Karte sonst noch kostet, steht im Kreditkarten-Rechner.
Woher der Kurs auf dieser Seite kommt
Die Kurse stammen von der Europäischen Zentralbank und werden an Bankarbeitstagen einmal täglich am Nachmittag festgestellt. Sie sind Referenzkurse — gut, um Größenordnungen zu prüfen und Rechnungen umzurechnen, aber nicht der Kurs, zu dem Sie tatsächlich tauschen.
Am Wochenende bewegt sich nichts, weil die EZB nichts veröffentlicht. Ein unveränderter Kurs am Samstag ist also kein Fehler.
Für Unternehmen
- Rechnungen in Fremdwährung werden für die Buchhaltung zum Kurs am Tag der Leistung umgerechnet. Das BMF veröffentlicht dafür monatliche Umsatzsteuer-Umrechnungskurse, die Sie stattdessen verwenden dürfen.
- Kursdifferenzen zwischen Rechnungsstellung und Zahlungseingang sind Aufwand oder Ertrag und gehören gebucht.
- Wer regelmäßig größere Beträge in einer Fremdwährung erhält, sollte ein Fremdwährungskonto prüfen. Damit tauschen Sie einmal statt bei jeder Zahlung.
- Bei größeren Einzelbeträgen lohnt ein Devisentermingeschäft, das den Kurs im Voraus festlegt — Planungssicherheit statt Wette.