Auslandssemester-Kosten-Rechner

Berechnen Sie die Kosten für Ihr Auslandssemester

Richtwerte. Die tatsächlichen Kosten hängen stark vom Zielland, der Stadt und der Wohnform ab und können deutlich abweichen.

Ein Semester im Ausland: was es kostet und wer zahlt

Die Studiengebühren an der Gasthochschule entfallen bei einem Erasmus-Platz oder einer Partnerhochschule — das ist der größte Einzelposten, und er ist meist schon erledigt.

Was bleibt, sind Miete, Lebenshaltung, Reise und Versicherung. Je nach Land liegt das zwischen 600 € im Monat in Osteuropa und über 1.800 € in Skandinavien oder London.

Grobe Monatsbudgets

RegionMieteLebenGesamt je Monat
Osteuropa200 – 350 €300 – 400 €500 – 750 €
Südeuropa300 – 500 €350 – 450 €650 – 950 €
Westeuropa450 – 750 €400 – 550 €850 – 1.300 €
Skandinavien, London600 – 1.100 €500 – 700 €1.100 – 1.800 €
USA, Australien700 – 1.200 €500 – 800 €1.200 – 2.000 €

Dazu einmalig: Flüge, Kaution, Visum und gegebenenfalls Sprachtest. Rechnen Sie 800 bis 2.500 € an Startkosten, bevor der erste Monat überhaupt beginnt.

Die drei Geldquellen

Erasmus+ zahlt innerhalb Europas einen Zuschuss, dessen Höhe nach Ländergruppe gestaffelt ist — teure Zielländer bekommen mehr. Er deckt nie die vollen Kosten, sondern die Differenz zum Leben in Deutschland. Zusätzliche Beträge gibt es für Studierende mit Kind, mit Behinderung oder mit BAföG-Bezug.

Auslands-BAföG ist der unterschätzte Weg. Die Sätze liegen über dem Inlands-BAföG, es kommen Reisekostenpauschalen, ein Auslandskrankenversicherungszuschlag und Studiengebühren bis zu einem Höchstbetrag dazu. Und die Einkommensgrenzen sind höher: Wer im Inland knapp kein BAföG bekommt, hat im Ausland durchaus Chancen.

Stipendien von DAAD, PROMOS und den Begabtenförderungswerken. Bei PROMOS läuft die Bewerbung über die eigene Hochschule, und die Konkurrenz ist oft überschaubar.

Erasmus und Auslands-BAföG lassen sich kombinieren; der Erasmus-Zuschuss wird bis zu einem Freibetrag nicht angerechnet.

Anträge, und wann

  1. Auslands-BAföG: mindestens sechs Monate vorher. Zuständig ist nicht Ihr örtliches Amt, sondern ein nach Zielland festgelegtes Landesamt.
  2. Erasmus: über das International Office, meist ein Jahr im Voraus mit fester Bewerbungsfrist.
  3. Learning Agreement vor der Abreise unterschreiben lassen — von Ihnen, der Heimat- und der Gasthochschule. Ohne dieses Dokument ist die Anerkennung der Leistungen im Zweifel offen.
  4. Wohnung suchen, sobald die Zusage da ist. In Studienstädten mit Wohnungsmangel ist das der schwierigste Teil des ganzen Vorhabens.

Versicherung, kurz und wichtig

  • Innerhalb der EU deckt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) die Notfallversorgung — aber nur zu den Bedingungen des Gastlandes, also inklusive dortiger Selbstbeteiligungen.
  • Außerhalb der EU brauchen Sie zwingend eine Auslandskrankenversicherung. Studententarife kosten 30 bis 60 € im Monat.
  • Ein Rücktransport nach Deutschland ist über die EHIC nicht gedeckt und im Ernstfall fünfstellig. Achten Sie darauf, dass er in der Police steht.
  • Haftpflicht prüfen: Viele Verträge decken Auslandsaufenthalte bis zu einem Jahr mit ab, aber nicht alle.

Was sich steuerlich sagen lässt

Bei einem Zweitstudium oder Master sind die Kosten Werbungskosten, inklusive Flügen, doppelter Haushaltsführung und Verpflegungsmehraufwand. Bewahren Sie alle Belege auf und lassen Sie den Verlust feststellen: Weiterbildungskosten-Rechner.

Beim Erststudium bleibt es bei den Sonderausgaben und damit meist ohne Wirkung: Studiengebühren-Rechner.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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