Die Rentenlücke rechnet niemand gern nach
Die gesetzliche Rente ersetzt heute rund 48 % des Durchschnittsverdienstes — vor Steuern und vor Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung. Wer 3.000 € netto gewohnt ist, landet damit deutlich darunter.
Die Differenz ist die Rentenlücke, und sie schließt sich nur durch eigenes Sparen. Der Rechner oben zeigt, was aus einer monatlichen Rate bis zum Ruhestand wird.
Was aus einer Rate wird
Zwischen 25 und 35 liegt bei gleicher Rate fast der Faktor zwei. Das ist kein Zinseffekt, den man später aufholen kann — wer mit 45 anfängt, muss viermal so viel einzahlen, um dasselbe zu erreichen.
| Beginn mit | 100 € im Monat | 200 € | 400 € |
|---|---|---|---|
| 25 Jahren | 160.000 € | 320.000 € | 640.000 € |
| 35 Jahren | 89.000 € | 178.000 € | 356.000 € |
| 45 Jahren | 45.000 € | 90.000 € | 180.000 € |
| 55 Jahren | 16.500 € | 33.000 € | 66.000 € |
Wie viel Kapital brauchen Sie überhaupt?
Eine gängige Faustregel: Von einem Kapitalstock lassen sich etwa 4 % im Jahr entnehmen, ohne ihn aufzuzehren. Für 500 € monatliche Zusatzrente brauchen Sie also rund 150.000 €, für 1.000 € etwa 300.000 €.
Prüfen Sie zuerst Ihre Renteninformation. Sie kommt jährlich ab dem 27. Lebensjahr, und die dort genannte Zahl ist ein Bruttobetrag zu heutigen Werten — davon gehen im Ruhestand noch Kranken- und Pflegeversicherung sowie Steuern ab.
Die drei Schichten
Die betriebliche Altersvorsorge lohnt sich vor allem wegen des Arbeitgeberzuschusses — mindestens 15 % sind seit 2022 für alle Verträge Pflicht, viele Arbeitgeber geben mehr. Ohne nennenswerten Zuschuss ist sie weniger attraktiv, als sie klingt, weil in der Auszahlungsphase Kranken- und Pflegebeiträge anfallen.
Riester lohnt sich vor allem für Familien mit Kindern wegen der Zulagen. Für Kinderlose mit mittlerem Einkommen ist die Rechnung häufig ungünstiger als ein einfacher Sparplan.
| Beispiele | Vorteil | Nachteil | |
|---|---|---|---|
| Basisversorgung | gesetzliche Rente, Rürup | steuerlich stark gefördert | unflexibel, nicht vererbbar |
| Zusatzvorsorge | Riester, betriebliche Altersvorsorge | Zulagen bzw. Arbeitgeberzuschuss | Beiträge in der Rente voll zu versteuern |
| Privatvermögen | ETF-Sparplan, Immobilie | flexibel, vererbbar | keine Förderung |
Was Sie sonst noch prüfen sollten
- Kontenklärung bei der Deutschen Rentenversicherung. Fehlzeiten aus Ausbildung, Studium oder Auslandsaufenthalten fehlen häufig im Konto und senken die spätere Rente.
- Abschläge bei vorzeitigem Renteneintritt: 0,3 % je Monat, also 3,6 % je Jahr — und zwar dauerhaft, nicht nur bis zum regulären Renteneintritt.
- Ausgleichszahlungen ab 50, um genau diese Abschläge auszugleichen. Sie sind in erheblichem Umfang steuerlich absetzbar.
- Inflation. 1.000 € in dreißig Jahren haben bei 2 % Teuerung die Kaufkraft von heute rund 550 €. Rechnen Sie Ihr Ziel in heutigen Euro und passen Sie die Sparrate regelmäßig an.
Der einzige Rat, der immer stimmt
Früh anfangen schlägt viel einlegen. 100 € ab dem 25. Lebensjahr ergeben mehr als 200 € ab dem 35., bei der Hälfte der Einzahlungen.
Und: Fangen Sie mit einem Betrag an, den Sie durchhalten. Ein Sparplan, der nach acht Monaten gestoppt wird, weil er zu ambitioniert war, hat weniger gebracht als eine kleinere Rate über dreißig Jahre: Sparrechner.