Von 4.000 brutto bleiben nicht 3.000
Rund 40 % gehen ab, bevor das Gehalt auf dem Konto ankommt: etwa 20 % Sozialabgaben und je nach Steuerklasse 15 bis 25 % Lohnsteuer. Bei 4.000 € brutto in Steuerklasse I landen ungefähr 2.500 € netto.
Die Sozialabgaben sind dabei der berechenbare Teil. Die Steuer hängt an Steuerklasse, Kirchenzugehörigkeit, Kindern und Freibeträgen — und genau dort liegt der Spielraum.
Die Sozialabgaben 2026
Der durchschnittliche Zusatzbeitrag zur Krankenkasse liegt 2026 bei 2,9 %, wird aber von jeder Kasse selbst festgelegt — zwischen der günstigsten und der teuersten liegen bei 4.000 € brutto leicht 20 € im Monat.
Kinderlose ab 23 zahlen 0,6 Prozentpunkte mehr Pflegeversicherung, und zwar allein. Ab dem zweiten Kind sinkt der Beitrag dagegen um 0,25 Prozentpunkte je Kind unter 25, bis zum fünften.
| Beitrag | Gesamt | Ihr Anteil | Bemessungsgrenze im Monat |
|---|---|---|---|
| Rentenversicherung | 18,6 % | 9,3 % | 8.450 € |
| Arbeitslosenversicherung | 2,6 % | 1,3 % | 8.450 € |
| Krankenversicherung | 14,6 % + Zusatzbeitrag | die Hälfte | 5.812,50 € |
| Pflegeversicherung | 3,6 % | 1,8 % | 5.812,50 € |
Warum Gutverdiener anteilig weniger abgeben
Die Beitragsbemessungsgrenzen sind der Grund. Kranken- und Pflegeversicherung enden bei 5.812,50 € im Monat, Renten- und Arbeitslosenversicherung bei 8.450 €. Was darüber liegt, bleibt beitragsfrei.
Bei 6.000 € brutto zahlen Sie also auf die letzten 187,50 € keine Kranken- und Pflegebeiträge mehr. Anteilig sinkt die Sozialabgabenlast damit, während die Steuerlast weiter steigt — beides zusammen ergibt die Kurve, die viele als „von der Erhöhung bleibt nichts“ beschreiben und die so nicht stimmt.
Die Steuerklassen
Die Kombination III/V bringt monatlich mehr aufs Konto und führt fast immer zu einer Nachzahlung, weil zu wenig einbehalten wurde. Am Jahresende gleicht sich alles aus — die Steuerklasse verändert nicht die Steuerschuld, nur den Zeitpunkt.
Eine echte Ausnahme gibt es: Lohnersatzleistungen wie Eltern-, Kranken- oder Arbeitslosengeld richten sich nach dem Nettogehalt. Wer vor der Elternzeit rechtzeitig in eine günstigere Klasse wechselt, bekommt tatsächlich mehr — siehe Elterngeld-Rechner.
| Klasse | Für wen | Wirkung |
|---|---|---|
| I | Ledige, Geschiedene | Standard |
| II | Alleinerziehende | mit Entlastungsbetrag |
| III | Verheiratete, höheres Einkommen | niedriger Abzug |
| IV | Verheiratete mit ähnlichem Einkommen | wie zwei mal Klasse I |
| IV mit Faktor | Verheiratete | verteilt gerecht, vermeidet Nachzahlung |
| V | Verheiratete, niedrigeres Einkommen | hoher Abzug |
| VI | zweites Arbeitsverhältnis | höchster Abzug |
Was netto mehr bringt als eine Gehaltserhöhung
Bei einer Bruttoerhöhung um 100 € kommen je nach Situation 55 bis 60 € an. Ein Sachbezug von 50 € kommt vollständig an — und kostet den Arbeitgeber weniger.
- Sachbezug bis 50 € im Monat, steuer- und abgabenfrei — Tankkarte, Gutschein, Zuschuss zum Nahverkehr.
- Betriebliche Altersvorsorge aus dem Bruttogehalt, mit mindestens 15 % Arbeitgeberzuschuss auf die eingesparten Sozialabgaben.
- Jobticket und Dienstrad-Leasing, beides steuerlich begünstigt.
- Fahrtkostenzuschuss, pauschal versteuert mit 15 %.
- Kinderbetreuungszuschuss für nicht schulpflichtige Kinder, steuerfrei und unbegrenzt.
Und einmal im Jahr
Der Lohnsteuerabzug kennt nur die Werbungskostenpauschale von 1.230 €. Pendlerpauschale, Fortbildung, Arbeitszimmer, Handwerkerleistungen, außergewöhnliche Belastungen — all das holen Sie erst mit der Steuererklärung: Steuerrechner.